Beinah verpaßt, wegen dem unspektakulärem Titel:
Wäre aber echt schade gewesen!
Clayton holt für die New Yorker Großkanzlei Kenner, Bach & Ledeen die Kastanien aus dem Feuer, sprich: Er bekommt immer jene Fälle, die anderen Herren zu “schmutzig” sind und welche sich mit der Standardvorgehensweise nicht regeln lassen.
Endlich mal wieder eine Rolle, in der man Clooney nicht als alten Charmbolzen sehen muß.
Seine Kollegen nennen ihn den “Ausputzer”, seit 15 Jahren regelt er unter der Hand das, was offiziell nicht nicht zu regeln ist. Er selbst nennt sich “einen Hausmeister, der aufwischt”.
Scheidung, Schulden und Burn-Out-Syndrom machen ihn von seinem Chef, Marty Bach, abhängig.
So wird auch irgendwann mal die Frage gestellt, warum er denn nach 15 Jahren in der Kanzlei noch kein Teilhaber ist…
Als sein Mitarbeiter und Freund Arthur Edens einen Fall sabotiert, muss Clayton wieder regeln.
Es geht um einen skrupellosen Chemiekonzern, dem Untersuchungen egal sind,und dessen Angestellte auch vor Mord nicht zurückschrecken, wenn ihre Karriere gefährdet ist.
Wir haben hier einen Justiz-Thriller, der diesem Genre wirklich alle Ehre macht.
Sämtliche Schauspieler bieten hervorragende Darbietungen, es gibt eine spannende Story, in der Moral scheinbar keine Rolle spielt und ein grandioses Finale.
Man könnte Michael Clayton als eine Art Winston Wolfe sehen, wie es auf welt.de zu lesen ist. Damit kommt man dem ganzen schon recht nah.
Erin Brockovich wird auch schon mal genannt, als Vergleich. Dieser hinkt allerdings etwas.
Wo Brockovich einen Kreuzzug startete, als sie all’ die Ungerechtigkeit erkannte, kennt Clayton diese schon, sie ist sein Beruf.
Er versucht nur, die Karren aus dem Dreck zu ziehen, für wen ist da nebensächlich, genauso wie es keinen Platz für Moral gibt.
So erscheint dann auch der durchgedrehte Edens nach kurzer Zeit in einem ganz anderen Licht.
Alles in allem ein sehr spannender Film, der nur ganz knapp an der Höchstwertung vorbei schrammt.
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2 Comments
Kurze Nachfrage interessehalber – was genau hat das Shiva-Zitat mit dem Film zu tun (habe ihn nicht gesehen, überlege aber)? Und ohne klugschnacken zu wollen: ist es nicht eigentlich der Gott der Zerstörung? Gruß
Es gibt eine Szene, in welcher der durchgedrehte Edens zu Clayton sagt, er(Clayton) möchte ihn(Edens) besser nicht vor Gericht erleben, welche mit diesem Satz endet.
Edens ist als Ausputzer wohl lange Zeit noch skrupeloser vorgegangen, interessant wirkt auch die Frage des Bosses von den beiden, welcher der unzähligen Anwälte Spezialist für Einweisungen(Psychatrie)wäre, da man Edens ruhig stellen will, und Clayton antwortet: “Edens.”
Kann den Film wirklich nur empfehlen.
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